Unser Programm Berliner Weiber mit Schuss
spiegelt das Geheimnis der Frauen der 1920er Jahren wider. Was uns heute schillernd und glamourös erscheint, wurde damals durchaus auch als bedrohlich empfunden. Die Faszination der Männer für das weibliche Geschlecht wurde von der Furcht vor so manchen absonderlichen
Verhaltensweisen der Frauen getrübt. Um sie dennoch zu verstehen, stellten männliche Wissenschaftler schnurstracks Theorien über sogenannte Frauenkrankheiten auf, die plötzlich aber auch einfach alles erklären sollten.
Aus Bumkes Lehrbuch der Geisteskrankheiten
von 1926:
Wir sahen schon früher, dass psychogene Störungen jugendliche, unterentwickelte, weibliche, endlich wenig zivilisierte Menschen besonders häufig befallen.
(Oswald Bumke, S. 258)
Hierher gehören die hysterischen Frauen, die auf ihrem Lebenswege eine ganze Reihe von zugrunde gerichteten Männern zurücklassen, die sie der Befriedigung ihres perversen Lebensstils opfern. Was normale Menschen fürchten und vermeiden, die häusliche Szene, den Selbstmord eines anderen, den Zweikampf von zwei nahestehenden Personen oder den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenbruch des Ehemanns, kann hier mit einem wollüstigen Kitzel, wenn nicht erstrebt, so doch genossen werden. (...) Es gibt hysterische Frauen, die wirklich eine Art Doppelexistenz besitzen, besorgte Hausfrauen und zärtliche Mütter und zugleich Dirnen niedrigster Art sind und die offenbar in der einen Situation die andere vollkommen vergessen.
(Oswald Bumke, S. 274)
Ein beispielhaftes Sammelsurium heikler Fälle stellt Ihnen Kiki in den Personen einer Anstaltsleiterin Dr. Elmira von Schnackewitz und deren Patientinnen in Chansons der 1920er und 30er Jahre vor. Darunter sind z.B. Lieschen, die vor lauter Schuldgefühlen mondsüchtig wird, eine verklemmte Sekretärin mit Wahnvorstellungen, die eifersüchtige Erna, die mordende Jenny und so manche verwöhnte Möchtegernschlampe. Kiki wird begleitet von Fr. Gong, einer salzstangensüchtigen Patientin, der es die Sprache verschlagen hat.
| Gesang | Monique Steffen |
| Klavier | Inga Löchter |
| Idee | Monique Steffen, Axel Gebauer |
| Bühnenbild | Axel Gebauer |
| Kostüme | Monique Steffen, Inga Löchter |
| Dank an | Reinhild Kuhn |
Wir spielen von kurzen Einlagen bis hin zum abendfüllenden Programm auf allen Bühnen, auf denen man Kleinkunst gern sieht, und auf Galas, Festivals, privaten Festen...